Ergebnis der Pressekonferenz zum Thema Flüchtlingsnotunterkunft

Am 07.09.2015 eröffnete der Bürgermeister der Gemeinde Schwanewede, Herr Harald Stehnken, eine Pressekonferenz anlässlich der Errichtung einer Notunterkunft in der Lützow-Kaserne für 1000 Flüchtlinge.

Herr Dr. Alexander Götz vom Nds. Ministerium für Inneres und Sport, Abteilung Katastrophenschutz, gab bekannt, dass bis zu 1000 Flüchtlinge in die Lützow-Kaserne einziehen werden. Die Entscheidung sei am vergangenen Donnerstag getroffen worden. Aufgrund des stattfindenden Flüchtlingszustroms sei es erforderlich, schnellstmöglich viele Menschen unterzubringen, begründete Dr. Alexander Götz der Presse. In einem internen Vorgespräch mit der Gemeinde habe man sich zunächst auf einen Zeitraum von 8,5 Monaten geeignet. Ein Miet- und Nutzungsvertrag für den entsprechenden Zeitraum werde mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben geschlossen. Derzeit werde das Gelände in Augenschein genommen.

Nach jetzigen Erkenntnissen wird das DRK, bestehend aus drei Standorten, die Hilfeleistung vor Ort wahrnehmen. Ein Konzept ist derzeit in Planung. Die Anzahl der Helfer, die dann ständig vor Ort sein werden, ist noch nicht vom Land festgelegt worden. Weiter gibt Herr Dr. Götz zu verstehen, dass zurzeit viele Prozesse parallel laufen. Er bittet daher um Entschuldigung, nicht alle Fragen am heutigen Tag explizit beantworten zu können.

Des Weiteren spricht er seinen Dank aus, dafür, dass in Schwanewede eine so große Hilfsbereitschaft herrscht. Dies ist nicht selbstverständlich. Sodann bittet er, dass sich alle Bürgerinnen und Bürger, die helfen möchten, zunächst an die Gemeinde wenden. Einen direkten Ansprechpartner gebe es noch nicht. Dies werde jedoch in den kommenden Tagen geklärt und bekanntgegeben.

Zu den Sicherheitsvorkehrungen merkte Herr Dr. Götz an, dass eine ordentliche und intensive Bestreifung der Polizei stattfinden werde. Ebenfalls wird ein Sicherheitsdienst rund um die Uhr vor Ort sein.
Zu den Herkunftsländern der anreisenden Flüchtlinge teilt er mit, dass diese aus Bürgerkriegsregionen stammen. Genaue Herkunftsländer kann er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht nennen.

Zum Schluss wird vermerkt, dass allein im Jahr 2015 ca. 75.000 Flüchtlinge nach Niedersachsen einreisen werden. Das vergangene Wochenende, mit einem Flüchtlingsanstrom von 20.000 Menschen, nicht inbegriffen. Die Verteilerquote werde gemäß den neuen Prognosen angepasst. Weitere Entwicklungen können nicht vorhergesehen werden.

Die hiesige ökumenische Flüchtlingsinitiative, vertreten durch Herrn Fitzner und Frau Chopin, teilen sodann mit, dass eine Unterstützung aus der Bevölkerung erforderlich und unumgänglich sei. Eine kleine Organisation von ehrenamtlichen Helfern kann so vielen Menschen nicht alleine helfen, so Frau Chopin. Ebenfalls werden die traumatischen Erlebnisse der Flüchtlinge angesprochen. Es wird vor diesem Hintergrund angeregt, einen Rückzungsort im Kasernengelände herzurichten, auch von einem „Raum der Stille“ ist die Rede.

Die Bundestagsabgeordnete Jantz und Landrat Lütjen richteten einige Worte an die Anwesenden und begrüßen zugleich die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Trägern. Eine gute und funktionierende Kommunikation, so wie sie hier vorliege, sei die Grundvoraussetzung für ein so großes Projekt.

Der Einzug der Flüchtlinge ist laut Ministerium für den 16.09.2015 terminiert. Wie viele dann nach Schwanewede kommen, ist heute noch nicht absehbar.