Landesbeauftragte Jutta Schiecke überreicht Förderbescheid an die Gemeinde Schwanewede

„Schwanewede hat es geschafft, in das Städtebauförderungsprogramm des Landes
Niedersachsen aufgenommen zu werden. Mit den städtebaulichen Sanierungsmaßnahmen kann ab sofort begonnen werden“, sagt Jutta Schiecke.
Diese gute Nachricht des Amtes für regionale Landesentwicklung Lüneburg hat die  Landesbeauftragte Jutta Schiecke am 19. August dem Bürgermeister Harald Stehnken überbracht und den Bescheid offiziell in der Lützow Kaserne überreicht. Der Bescheid ermächtigt die Gemeinde Pläne in die Tat umzusetzen und Schwanewede zukunftsfähig aufzustellen.

Die Schließung der Lützow-Kaserne stellt Schwanewede vor große städtebauliche Herausforderungen. Dies ist gleichzeitig aber auch eine riesige Chance für eine positive städtebauliche Entwicklung. Durch die Neuaufnahme in das Städtebauförderungsprogramm wird das Land Niedersachsen die anstehende Entwicklung begleiten und unterstützen“, sagte die Landesbeauftragte Jutta Schiecke bei der Bescheidübergabe. Mit dem Bescheid wird der Gemeinde auch ein erster Teilbetrag künftiger Städtebaufördermittel in Höhe von 600.000 € zur Verfügung gestellt. Damit beginnt ein geplanter zwölfjähriger Prozess der Umwandlung des bisher militärisch genutzten Geländes zu einem zivilen Ortsteil der Gemeinde. Für die Maßnahmen sind rd. 21,2 Mio. € an Kosten veranschlagt, von denen knapp die Hälfte zuwendungsfähig sein sollen. Dazu beantragt die Gemeinde eine Förderung von zwei Dritteln – also in Höhe von 7,04 Mio. € – bei der Städtebauförderung.

Läuft alles nach Plan, werden der Gemeinde die benötigten Fördermittel in
jährlichen Raten – entsprechend dem Fortschritt der Durchführungsmaßnahme – zur Verfügung gestellt. Die Förderung umfasst investive und investitionsvorbereitende Maßnahmen.

Das 85 ha große Kasernengebiet, das sich fast bis an den Ortskern erstreckt, ermöglicht der Gemeinde zu wachsen und das hinzu gewonnene Gebiet vielfältig zu nutzen. Die ersten Planungen sehen im östlichen Bereich eine hochwertige Wohnbebauung für verschiedene Wohnformen – Einzel- oder Reihenhäuser, Mehrfamilienhäuser – und für wohnungsnahe Dienstleistungen einschließlich Erschließung und Anbindung an den Ortskern vor.
Dabei wird auf senioren- bzw. behindertengerechte Barrierefreiheit geachtet.
Die Liste der weiteren Projekte ist lang: Ein Platz zum Treffen, Flächen für Sport und Freizeit, umfangreiche Grünanlagen, neue Wege, Platz für das Handwerk und nicht emittierendes Gewerbe in den Randbereichen. Zuvor jedoch steht der Rückbau auf dem Programm: abgängige Kasernenbauten werden zurückgebaut und die bislang militärisch genutzten versiegelten Flächen werden frei gelegt, Bunker werden beseitigt oder verfüllt. Der Rückbau soll mit Augenmaß geschehen: Gebäude mit guter Substanz sowie auch die Sportanlagen und Sporthallen der Kaserne sollen nach Möglichkeit erhalten und weiterhin genutzt werden.

Landesbeauftragte Jutta Schiecke sagt: „Das Programm „Stadtumbau West“ ist ein Glücksfall für die Gemeinde. Damit werden städtebauliche Maßnahmen in solchen Gebieten gefördert, die von erheblichen Funktionsverlusten betroffen sind. Die Wiedernutzung ehemals militärisch genutzter Flächen stellt fast den Idealfall für den Einsatz von Städtebaufördermitteln dar. Da auch die zwischenzeitliche Einquartierung von Flüchtlingen in die ehemalige Lützow- Kaserne beendet ist, stehen der Durchführung dieser Stadtumbaumaßnahme keine Hindernisse mehr entgegen. Es ist schön für die Bevölkerung, dass dieses bisher für die Öffentlichkeit gesperrte große militärische Areal künftig für alle frei zugänglich sein wird.“

Städtebauliche Erneuerungsvorhaben werden im öffentlichen Interesse durchgeführt und aus Mitteln des Bundes und des Landes mit zwei Dritteln der zuwendungsfähigen Kosten unterstützt. Bund und Land tragen die Förderung je zur Hälfte. Das letzte Drittel zuwendungsfähiger Kosten muss die Gemeinde aus Eigenmitteln aufbringen.
Im Programmjahr 2016 stellen Bund und Land gemeinsam für Niedersachsen neue Städtebaufördermittel in Höhe von 89,3 Mio. € zur Verfügung.

Grundlage: Pressemitteilung des Amtes für regionale Landesentwicklung Lüneburg